Gedankenspiele zum Weltgeschehen

Mit meinen Kommentaren und Gedankenspielen kann ich das Weltgeschehen sicher nicht ernsthaft verändern. Aber vielleicht kann ich etwas bewusst machen, das vielen Menschen heute verborgen bleibt – weil sie in einer Zeit geboren wurden, in der angeblich alles besser ist. Work-Life-Balance, Homeoffice, Telework – das klingt modern, bequem und wird auch dringend gebraucht. Aber viele junge Menschen wissen über die nahe Vergangenheit kaum etwas, ausser sie hatten den Leistungskurs Deutsche Geschichte nach 1945.
Da gab es zum Beispiel die BRD und die DDR. Die DDR war zwar auch „deutsch“, hielt sich aber selbst für das bessere Deutschland – und tat einiges, um dieses Selbstbild zu schützen:
  • Überwachung der Bevölkerung durch den Staatssicherheitsdienst
  • Scharfe Grenzkontrollen, um etwa westdeutsche Printmedien fernzuhalten
  • Intensive Fahrzeugdurchsuchungen, um mögliche Verstecke zu finden
  • Beobachtung von Fahrzeugen und Personen aus der BRD durch staatliche Organe und inoffizielle Mitarbeiter der Stasi
Zum Glück ist all das Vergangenheit. Wir leben heute in einer Freizügigkeit, von der viele Menschen weltweit nur träumen können. Umso befremdlicher wirken manche Maßnahmen in den USA, die – angeblich zum Schutz des eigenen Landes – immer autoritärere Züge annehmen.
Du willst Urlaub in den USA machen?
Also: Online-Visa beantragen, Flug buchen, los geht’s. Doch kurz vor der Landung beginnt der Ernst: ein Fragebogen zur Einreise – Warum? Wohin? Wie lange? Und so weiter.
Nach der Landung bist du aber noch lange nicht „safe“:
Dein Handy soll überprüft werden, ebenso deine Social-Media-Accounts. Du wirst quasi aufgefordert, deine digitale Identität preiszugeben. Und wehe, du hast irgendwo geschrieben, dass du Donald Trump „scheiße“ findest – schon kann es passieren, dass du ohne Anwalt oder Kontakt zur deutschen Botschaft in Abschiebehaft landest.

Klingt übertrieben? Leider nicht.
Die USA gleichen in Teilen zunehmend einer Reinkarnation der DDR – inklusive einer modernen Variante der Stasi, die heute „Homeland Security“ heißt. Die inneren Geheimdienste agieren mit einer Effizienz, die an die Methoden der DDR erinnert. Das „Land of the Free“? Kaum noch wiederzuerkennen.

Gleichzeitig herrscht in den USA ein Anführer – oder besser gesagt: jemand, der sich als solcher inszeniert. Ich hoffe noch immer, dass irgendwann der „Dime fällt“ und mehr Amerikaner erkennen, was tatsächlich geschieht. Von „Great Again“ ist jedenfalls nichts zu sehen.
Ein anderes Beispiel: Der Iran reagierte auf einen US-Angriff so, dass er sein Gesicht wahren konnte. Er kündigte seine Vergeltung an, um möglichst wenige Opfer zu verursachen, und feuerte eine vergleichbare Zahl von Raketen zurück. Kein Großangriff, keine Eskalation – eine bewusste Form der Diplomatie.
So, berichten Fachleute, hat niemand sein Gesicht verloren. Ein Gespräch am Verhandlungstisch ist wieder möglich – sofern auch Israels Führung besonnen handelt. Für Trump könnte daraus sogar ein politischer Vorteil entstehen: Er stünde plötzlich als Friedensbringer da und könnte mit beiden Ländern lukrative Deals abschließen. Das allerdings könnte ihn endgültig in den Größenwahn treiben.
Doch vorher steht der NATO-Gipfel an. Dort wird er den anderen wohl sagen:
„5 % Verteidigungsetat sind ein guter Anfang. Aber wir tun ja auch andere Dinge für eure Sicherheit. Wisst ihr eigentlich, was den amerikanischen Steuerzahler dieses Geschenk an euch Europäer gekostet hat? Unsere wunderbaren US-Soldaten haben die Drecksarbeit für euch gemacht. Solche Kosten müssen künftig geteilt werden, wenn wir euch weiter beschützen sollen.“